bet haskala Blog

Feiertag

17. Tammus

Heute fasten wir.

Wir erinnern uns an einen Tag, an dem mehr als einmal etwas zerbrach: Mose zerschlug die ersten Bundestafeln. Die Mauern Jerusalems wurden durchbrochen. Unsere Tradition verbindet diesen Tag mit weiteren Katastrophen, die Wunden in das Gedächtnis unseres Volkes geschlagen haben.

Jeder dieser Brüche erzählt von Verlust. Von Enttäuschung. Von einer Zukunft, die plötzlich nicht mehr selbstverständlich war.

Und doch ist das nicht das Ende der Geschichte.

Auf die zerbrochenen Tafeln folgten neue Tafeln. Nach der Zerstörung Jerusalems blieb das jüdische Volk bestehen. Was verloren ging, konnte nicht immer ersetzt werden - aber der Bund blieb. Die Hoffnung blieb. Das Leben blieb.

Wir trauern um das, was zerbrochen ist. Wir verschließen nicht die Augen vor dem Schmerz. Aber wir fasten im Vertrauen darauf, dass Gott auch aus den tiefsten Brüchen Zukunft wachsen lassen kann.

Möge diese Hoffnung uns begleiten - heute und an allen Tagen, an denen unsere Welt Risse bekommt.