bet haskala Blog

Wochenabschnitt

Schmini 5786

Stille…

Es war einmal ein Vater und seine zwei Söhne. Und die Tora sagt über der Vater-Aharon nicht viel in Worten, sie zeigt ihn einfach dort, im Mischkan, wie er den Dienst macht, Schritt für Schritt, genau so, wie es ihm gesagt wurde. Und die beiden Söhne, am Anfang sind sie einfach da, Teil der Familie, Teil der Geschichte, noch ohne besondere Bewegung.

Und dann gibt es diesen einen Moment früher in der Tora, nach Sinai. Mosche geht hinauf, und Aharon geht mit, mit seine 2 Söhne, Nadav und Avihu. Und dort steht geschrieben: sie sahen Gott. Und dann noch ein Satz: sie aßen und tranken. Mehr nicht. Keine Erklärung, kein „was das bedeutet“. Einfach stehen lassen.

Und dann geht alles weiter, viel später, im Mischkan. Alles ist vorbereitet, sieben Tage lang, alles genau nach Göttliche Vorschriften, und dann kommt dieser Moment: der achte Tag. Und Aharon beginnt den Dienst.

Und dann passiert es. Feuer kommt von Gott. Es geht aus von dort und trifft den Altar, und es funktioniert! Und die Leute sehen das und reagieren, wie man das erwarten solle: sie schreien, sie fallen hin, vor die Göttlichen Anwesenheit, ohne Worte.

Und genau da, mitten in diesem Tag, passiert etwas anderes. Die Söhne nehmen ein Feuer auch. Warum, für welche Zweck? Die Tora sagt nur: ein fremdes Feuer, etwas, das nicht geboten war. Mehr nicht. Keine Erklärung, kein Motiv. Nur dieser kleine Satz: nicht geboten.

Und wieder: Feuer kommt von Gott. Genau dieselben Worte wie vorher. Aber diesmal geht es nicht auf den Altar. Es geht zu ihnen. Und der Vater ist dort, als beide seine Söhne sterben. Und die Tora sagt nicht, was Aharon denkt, nicht was er fühlt, nichts von all dem. Nur ein Satz: Aharon schweigt.

Und die Geschichte erklärt sich nicht. Sie sagt dir nicht, was du daraus lernen sollst. Sie stellt dir einfach diese Bilder hin: ein Vater im Dienst, Feuer von Gott, zwei Söhne mit einem Feuer, das nicht geboten war – und dazwischen nur Stille.

Schabbat schalom.